03.10.09 Valencia & Palma de Mallorca (15 Fotos)
Und schließlich sind wir doch wieder da gelandet, wo wir als Musiker eigentlich nie hinwollten: Palma de Mallorca. Aber zumindest nicht auf'm Ballermann, sondern nur im Hafenbecken. Ein schwungvoller Abschluss einer aufregenden Reise.
Unser zweiter Auftritt auf der Mutter aller AIDA-Schiffe war ein Riesenspaß. Neben einigen Songpremieren durfte Leppi sich das erste Mal allein an der Loopstation austoben und Tobi brachte die Schiffsboxen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit..und darüber hinaus. Das Publikum hat getobt, wir vermuten vor Begeisterung und gezeigt, dass auch jenseits der 50 mundgemachter Techno zum Tanzen verführt.
Die 90er-Jahre-Party wurde wie angekündigt ebenfalls gesprengt und thematisch konsequent von uns ignoriert. Auf den Fotos seht ihr, was wir auf so einer Kreuzfahrt alles für überflüssige Klamotten im Koffer haben. Aber irgendwie müssen dreißig Kilo Übergepäck schließlich auch zu Stande kommen.
Wir freuen uns hoffentlich auch bald wieder in See zu stechen, es gibt noch viel zu viele Meere, die noch nicht von uns befahren und gerüchteweise sogar noch Länder, die noch nie mit unserem musikalischen Irrsinn konfrontiert wurden. Wir bleiben dran und halten Euch genau hier wieder auf dem Laufenden.
Die wichtigsten Erkenntnisse dieser Reise: Basti trinkt zuviele Cocktails, Schweinegrippe rulez, der Wagen rollt, Jonas hat die schönsten Schuhe der Welt (rote Lackschuhe, ein Traum), Kreuzfahrtpublikum steht auf Abis Hochdeutsch, wer ist eigentlich Horst (?), uhohahehäh...ach haben wir schon erwähnt, dass französische Hafenstädte unglaublich schön sind? Nicht? Gut, das wäre auch gelogen.
Bis zum nächsten Piratenschmaus,
dann aber bitte Karibik, harhar
P.S. Verdammt kalt am Berliner Flughafen
30.09.09 Cadiz rockt (12 Fotos)
Ahoi, Landratten und ein fünffaches Hoch auf das freie Internet in Spanien. Jetzt läufts. Die Leichtigkeit, mit der wir in den spanischen Hafenstädten ins Internet gelangen, lässt uns mit einem weiteren Revolutionsgedanken nach Deutschland zurückkehren: Nieder mit T-Online und allen kostenpflichtigen HotSpots!!!!
Aber zurück zu unserer aktuellen Mission. Als wir heute morgen erwachten, blickten wir auf die 120 Türme der Handelsstadt Cadiz.
Während Lissabon gestern noch durch sein bezauberndes Nachtleben und die ungewöhnlich mehrschichtige Stadtstruktur verzauberte (verschiedene Ebenen, die man entweder per Fahrstuhl oder tapfer durch nie enden wollende Treppen erreichen konnte), besticht Cadiz durch seinen Seefahrer- und Kaufmanns-Charme. Spaniens älteste Stadt (3.000 Jahre) florierte vor allem im 17. Jahrhundert durch den Handel mit Südamerika. Unzählige Abenteurer starteten von hier aus ihre Reise, prächtige Paläste und Statuen erinnern an ihre Erfolge. Irgendwann wollen auch wir fünf Seebären hier verewigt werden, da sind wir uns einig.
Der DJ an Bord hat uns endlich auch auf die Idee gebracht, wie wir unser Chaos-Medley vervollständigen können. Morgen feiert das gute Stück Premiere, denn unser zweiter Auftritt wurde auf Donnerstag verschoben. Uns soll es recht sein, so kann Jonas noch mehr shoppen, Leppi noch öfter seine Bordkarte verlieren, Tobi noch viel mehr essen, Abi noch größere Verschwörungspläne schmieden und Basti noch älter werden.
Morgen sind wir den ganzen Tag auf See, wir melden uns wieder aus Valencia und berichten über unseren zweiten Auftritt an Bord, warum auf diesem Schiff Leppi von allen mit Horst angesprochen wird und wie die hoffentlich erfolgreich geenterte 90er-Jahre-Party gelaufen ist.
29.09.09 Attacke! (La Coruna, Lissabon) (14 Fotos)
Hoheyho, da melden wir uns wieder per virtueller Flaschenpost direkt aus Portugal.
Wir liegen mittlerweile in Lissabon vor Anker, von der Sonne gebräunt, vom Atlantik gestählt und vom Küchenteam gemästet.
Lissabon verzaubert durch sein Flair bei Nacht, hier ist auch Montag zu später Stunde noch ordentlich Stimmung, ein reges Treiben und in jeder Gasse fröhlich gelaunte Südländer. Vielleicht liegt das daran, dass man hier an jeder Ecke offen Kokain angeboten bekommt. Es könnte aber einfach auch nur an den Temperaturen liegen, die einem das Lächeln automatisch ins Gesicht zaubern.
Die letzten Tage führten uns auch nach La Coruna, einer absoluten Traumstadt in Nordspanien. Dem Vorwurf, wir würden hier nur auf der faulen Haut liegen, möchten wir jedoch energisch entgegentreten. Wir hatten sogar schon einen Auftritt!!!! Jaja, das artet in puren Stress aus, diese ganze Arbeit. War aber mal wieder ein voller Genuss, ein älteres Kreuzfahrtpublikum zu Rammstein headbangen zu sehen. Leider konnten wir dadurch den Wahlabend in Deutschland nicht mehr ausreichend manipulieren (wir müssen aber auch alles selber machen), hoffen aber auf 2013.
Morgen geht es weiter nach Cadiz, mal schauen ob dort endlich unsere Sehnsucht nach Abenteuern gestillt wird. Heute geht es auch schon wieder auf die Bühne (Arbeit, Arbeit, Arbeit, das wünscht man seinem ärgsten Feind nicht).
Unser großer Plan auf dieser Reise: Boykott der 90er-Jahre Party und geheime Alternativ-Piratenparty in der Crewbar. DIe halbe Mannschaft weiß schon Bescheid. Harharhar, wir lassen uns nicht unterkriegen.
26.09.09 Wieder unterwegs (Hamburg, Le Havre, Santander) (9 Fotos)
Wir haben das Schaukeln vermisst, unsere Holzbeine haben gejuckt und wir hatten Sehnsucht nach den Hafenkneipen dieser Welt. Deshalb sind wir nun im Herbst 2009 erneut auf Tour mit der AIDA. Vielleicht bringen wir diesmal den Kahn zum Kentern. 12 Tage haben wir dafür Zeit, die Route führt uns Hobbypiraten über Nordfrankreich, Spanien, Portugal bis nach Deutschland (Mallorca).
Zur Zeit sitzen wir unter Palmen in Santander. Morgen haben wir an Bord unseren ersten Auftritt und hoffen, dass Tobis Beat das Schiff diesmal halbwegs heile lässt. Da das Hospital auf dieser Reise nur eine begrenzte Kiloanzahl von Medikamenten über den Atlantik schippern durfte, haben wir unser dauerseekranken Marek vorsorglich zu Hause gelassen. Nur für diese Reise kommt es daher zu einem spektakulären Comeback (da sollte man mal nen Song drüber schreiben) unseres Ex-Bandmitglieds Basti Beyer. Marek nimmt daheim fleißig unser neues Album auf und überrascht bei unserer Rückkehr wahrscheinlich mit einer vollkommen fertigen Platte.
Wie oft wir bei dieser Tour ins Internet kommen, wissen wir nicht. Wir hoffen auf viele frei zugängige Netzwerke und bleiben dran. Bisheriges Fazit der Reise: Frankreich hässlich, Spanien wunderschön. Skandal: die Piratenparty wurde gestrichen und durch eine 90er-Party ersetzt. Wir leiden.
01.02.09 Palermo, Tunis, Palma (21 Fotos)
Achtung, eine dringende Durchsage: wer so naiv war zu glauben, man hätte mitten auf dem Mittelmeer oder gar in Afrika WLAN, sollte sich schnellestens mit der Band YeoMen zum Idiotentest verabreden. Jaja, täglich neue News...hätte ja klappen können. Was war los?
Der Sturm hatte, während wir ahnungslos in Sizilien schliefen, über Nacht den Weg nach Malta gefunden, so dass wir kurzfristig nach Palermo ausweichen mussten. Und so kam es, dass YeoMen nach Neapel und Catania die dritte Mafia-Hochburg in Folge anliefen. Da soll mal einer sagen, wir hätten uns mit den Italienern keine Mühe gegeben!
In Palermo kam es natürlich auch gleich wieder zu einem seltsamen Handel: Wir verschacherten Sebastian an eine dubiose Fluggesellschaft und bekamen dafür Comedian Bernhard Hoёcker als Ersatz an Bord. Einige spontane Mitrockversuche (siehe Fotos) brachten uns aber zu der bitteren Erkenntnis, dass der gute Bernhard weder mit den Haaren von Marek noch mit der Hemdgröße von Sebastian konkurrieren konnte. Und so waren wir nur noch drei, und der Glaube an die große Piratenkarriere inklusive Weltrevolution schwand wie der Rumvorrat in einer vollen Hafenkneipe.
In Tunesien sollte keine Besserung auftreten. Wir bekamen das erste Mal mit, was ein Matrose unter gutem Seegang versteht (wenn man nachts für einige Sekunden den Kontakt mit seinem Bett verliert). Afrika frohlockte auch nicht mit Sonnenschein, sondern Nieselregen, den wir doch eigentlich dachten, für immer in Deutschland gelassen zu haben.
Dafür sahen wir in Tunis auf dem Markt jede Menge potenzielle Verbündete, die frisch blutendes Fleisch verkauften und Touristen völlig berechtigt übers Ohr hauten ("Wo es zu Hafen geht? Da lang! So, das machen 10 Euro...pro Person. War guter Tipp!"). Zum Fremdenführer für fast alle Gastkünstler wurde Tobi (und das ganz ohne Navi), der auch in den verwinkeltsten Gassen den Überblick behielt und mit seinem weißen Hut selbst am Horizont noch gut sichtbar war.
An Bord tobte weiter das Leben, die Nächte wurden länger und schon bald wollte niemand mehr etwas von sinnentleerten Revolutionstheorien und feindlichen Schiffsübernahmen wissen. Das war der Zeitpunkt, zu dem sich dann (ENDLICH) auch Abi Alkohol, Zigaretten und diversen schönen Seiten an Bord zuwandte.
So flog die Zeit an uns vorbei, bis wir schließlich eines müden Mittags aus dem Bullauge die Kathedrale von Palma erblickten. Im Schiff wurde die Reset-Taste gedrückt, alles auf Anfang, neue Passagiere, neue Träume und allen Versuchen zum Trotz: alles scheinbar so wie immer - nur ohne YEOMEN!!!!
Der Abschied fiel trotzdem erstaunlich schwer, besonders Jonas ha(r)dert mit der Rückkehr ins schneiende Berlin. Die Crew ist uns ans Herz gewachsen und wir haben versprochen, das nächste Mal klappt's mit all unseren Plänen. Wir brauchen nur ein größeres Schiff...
27.01.09 Neapel und Catania (16 Fotos)
Ahoi, Landratten!
Das Meer prägt uns immer mehr, Salzwasser und Sonne gerben unsere Haut und ohne Schwanken und Rum können wir gar nicht mehr einschlafen.
Nachdem wir gestern in Neapel bei Pizza und Wein mit der dortigen Familia über den Verkauf von Passagieren verhandelt haben (einige ältere Modelle rudern einfach nicht kräftig genug), liegen wir heute in Sizilien vor Anker. Strahlend blauer Himmel und ein charmant heruntergekommener Lebensmittel-Markt sind die absoluten Highlights in Catania. Nicht weit von hier brodelt der Ätna, die Mafia scheint allgegenwärtig und Taschendiebe geben uns unter Kollegen kostenfrei ein Update, was die neuesten Tricks und Kniffe anbelangt. Herrlich, hier tickt die Welt noch normal.
Unser letzter Auftritt liegt nun hinter uns (diesmal nicht im Theater, sondern in der Lambada-Bar). Es war ein Riesenspaß, mittlerweile rennen auch die meisten Passagiere mit Iro-Schnitt und Tätowierung 'rum (YeoMen-Y am Steißbein ist der Renner). Dummerweise denken wir nie daran, irgend jemandem einen Fotoapparat in die Hand zu drücken. Dabei gibt es sogar einen riesigen Fundus, so dass ein paar Requisiten, die wir uns „ausgeliehen“ haben, durchaus einige Bilder wert gewesen wären (Highlight: ein rollbarer Schiffs-Bug). Aber gut, müssen wir eben nochmal wiederkommen.
Unsere Piratentour läuft etwas außer Kontrolle (siehe Fotos), aber wir haben gehört, dass das bei Revolutionen nichts Ungewöhnliches sein soll. Die Stimmung ist gut, es dauert nur alles etwas länger…
Marek und Ulli haben inzwischen Fahnenflucht begangen und sind nach unserem letzten Gig in Neapel in den Flieger Richtung Berlin gestiegen. Termine, Termine! Für den Rest wartet nun der sorgenfreie Teil der Reise: Malta, Tunesien und wieder zurück nach Mallorca.
Ho, ho, ho, die Segel sind schon wieder gesetzt, der letzte Grog in der Hafenkneipe ist genommen und die Schatztruhen wurden sicher verstaut. Catania, alte Piratenbraut, wir haben dich geliebt für deine dreckigen Gassen und deine Anarchie im Straßenverkehr. Sei nicht traurig, die See ruft, doch du bleibst als Erinnerung in unseren rauhen sehnsüchtigen Seemanns-Liedern.
Leinen los, Flagge gehisst, denn morgen wartet schon eine neue Liebe…
25.01.09 Rom brennt (19 Fotos)
Frankreich hat uns mit schlechtem Wetter vertrieben. Zum Abschied haben wir gestern noch Monaco (unter Schmährufen versteht sich) passiert und stehen heute vor den Toren Roms. Der gestrige Seetag war geprägt von einer steifen Brise inklusive den ersten Schwindelgefühlen, strammen Proben und einem Auftritt des wirklich lustigen Theatersport-Teams Hidden Shakespeare.
Zur Beruhigung für alle fleißigen Nachrichtenschauer: der Sturm, der in Südeuropa gerade wütet, ist übrigens 1-2 Tage hinter uns, folgt aber beängstigend konstant unserer bisherigen Route (Malaga, Barcelona, Marseille, Korsika). Wir sind aber zuversichtlich, einer Konfrontation aus dem Weg zu gehen, auch wenn unser angeborener innerer Nervenkitzel gleichzeitig ein wenig enttäuscht wäre. Es macht uns aber irgendwie auch ein bisschen stolz, ein verwüstetes Europa auf unserer Tour zu hinterlassen.
Mittlerweile sind wir in Civitavecchia, der Hafenstadt kurz vor Rom. Und natürlich haben wir uns sogleich auf unsere Elefanten gesetzt und sind mit gezückten Speeren Richtung Imperium geritten. Kolosseum, Spanische Treppe, Pantheon, nichts war vor dem obligatorischen „Ich war hier“-Graffiti sicher, sogar im Vatikan kennt man nun die fünf verrückten Berliner, die lautstark (aber fünfstimmig) das Ratzinger Weißhaupt zum Moschen aufgefordert haben. Rom ist einfach unglaublich riesig, weswegen wir inzwischen von einer Eroberung absehen haben und auf unser Piratenschiff zurückgekehrt sind. Zwar hat ein Land, das von einem Bayern und einem Berlusconi regiert wird, durchaus eine Revolution verdient, aber wir haben heute Abend wieder einen Auftritt und man soll sich auch nicht übernehmen (Fidel und Che werden das sicher verstehen).
Also heute Abend heißt es wieder volles YeoMen-Entertainment, es wird gigantisch, das Schiff wird wackeln wie es noch keine Welle dazu gebracht hat. Wir berichten morgen. Dann sind wir in Neapel und versuchen die Mafia mit einem Angebot, dass sie nicht ablehnen kann, mit ins Boot zu holen.
Arividerci und volle Attacke voraus,
YeoMen
23.01.09 Mar – piece of shit – seille (Zitat Jonas) (8 Fotos)
Oooh, isch kauf mir ein Baguette und tanz mit die Cloudette –
Fronkreisch Fronkreisch – du ’ast uns wieder.
Nach einer ruhigen See und zum gefühlt hundertsten Mal Schlagerparty deluxe –
immer unter einem neuen Motto, aber stets mit derselben schrecklichen Musik - sind wir heute Morgen in Marseille eingeschippert.
Und was soll man sagen, bei den Galliern gießt es aus Kannen und es ist erstaunlich,
dass Jonas wohl zu jeder Tages– und Nachtzeit und bei egal welchen Wetter shoppen kann ohne Ende. Tobi fühlt sich hier glaube ich besonders wohl. Zum Einen gibt es hier mehr Beton und Steine neuer und alter Machart als Grünes und zum Anderen liegt hier der Ausländeranteil ungefähr so hoch wie in Moabit und Neukölln. Il et l’Ulli wollen heute noch hoch hinaus und erklimmen den Gipfel de Marseille. Marek genießt die französischen Cafés und sammelt die letzten Brocken aus dem Französischunterricht zusammen, um sich eine Chocolat chaud zu bestellen (kleiner Tipp – es hat was mit einem warmen Getränk zu tun). Abi ist bei diesem Wetter gleich im Bett geblieben und Sebastian – ehm ja – je ne sais pas.
Heute erwartet uns noch Bauch – Beine – Bo, Autogenes Training, Bingo und die Aufgabe die am Bord befindlichen Alkoholika zu erkunden.
Morgen ist wieder mal Seetag – aber wir melden uns dann wieder übermorgen aus unseren hoffentlich sonnendurchfluteten Hauptstadtstudio in Rom.
Und denkt dran, mit den Zweiten isst man besser!
Eure YeoMen(ner)
22.01.09 Barcelona (11 Fotos)
Zum zweiten Mal sind wir mit YeoMen nun in Barcelona. Bereits 2006 hat es uns einmal hierher verschlagen. Damals noch mit dem klapprigen Tourbus, diesmal mit dem schlingernden Piratenschiff.
Wenn man Barcelona beschreiben soll, fallen einem zwei Dinge krass ins Auge: die ganze Stadt stinkt nach Abgasen, was an den gefühlten 3 Millionen Motorrollern liegt und in jedem Winkel und am Ende jeder kleinen (und wirklich hübschen) Gasse steht ein riesiger Sakralbau, gipfelnd in der nie fertig werdenden Sagrada Familia…
Ach ja, Salvatore Dali nicht zu vergessen, sein Haus samt Ausstellung war natürlich Pflichtprogramm für unsere Bildungshungrigen (Abi ist an Bord geblieben)! Jonas und Marek haben dazu noch einen Shopping-Rekord aufgestellt
Ansonsten ist es eine echte Hauptstadt mit Gewusel und Gewimmel, dem größten Stadion der Welt und vielen Denkmalen, dem Olympiapark und der Weltausstellung.
Wer mehr darüber wissen möchte, kann YeoMen nach dem nächsten Konzert persönlich befragen oder bei Wikipedia nachlesen (so wie Abi).
Animiert durch die Besichtigung der Stadt mit all den Hinweisen auf den langen Kampf der katalanischen Hauptstadt für Freiheit und Unabhängigkeit haben wir dann am Nachmittag die AIDA mit gezückten Entermessern unter unsere Kontrolle gebracht. Die bisherigen Gäste an Bord arbeiten nun geschlossen im Maschinenraum oder schälen in der Kombüse Kartoffeln, während sich die bislang schuftende Besatzung auf den Decks 8-11 amüsiert.
Auch wir beschränken uns nicht mehr allein auf die Singerei: Tobi hat die Rolle des Küchenchefs eingenommen (nie wieder Gemüse), Marek leitet den Friseur-Salon (und schläft selbstverständlich in der Kapitäns-Kajüte), Jonas wurde zum General im Bereich Fitness und Sport ernannt (das Hospital verehrt ihn schon seit seiner Ausführungen über die Bauchspeicheldrüse im Konzert als eine Art Guru) und Sebastian arrangiert für alle Showprogramme an Bord funky Anarchohits; die nächste Meuterei ist also vorprogrammiert.
Dazu erarbeitet Abi gerade tief in seinem dunklen Rebellen-Büro ein entsprechendes YeoMen-Manifest, damit uns auch andere Kreuzfahrtschiffe/Staaten/Kontinente in den nächsten Tagen folgen können.
Noch ein Deck tiefer trommelt übrigens unser aller Manager Ulli den Takt für die Ruderer, bestehend aus den vormaligen Bewohnern der Luxus-Suiten. Gerudert wird im Techno-Beat inklusive Headbanging.
Morgen wartet Marseille, wir befürchten den berüchtigten französischen Widerstand, doch mit Revolutionen sollten sich die Franzosen eigentlich auskennen, so dass wir auch auf ein paar sympathisierende Freiheitskämpfer hoffen dürfen. Im Optimalfall schließen sich ein paar Schiffe unserer Flotte an, wir segeln unter schwarzer Flagge mit weißem Y und berichten Euch über die neusten Entwicklungen,
Ahoi und steilen Seegang,
YeoMen
21.01.09 Cartagena und Valencia (13 Fotos)
Hui, schon wieder zwei Tage vorbei. Wieder viel passiert, doch wir sind noch immer am Leben und das Schiff sucht weiterhin verzweifelt seinen Eisberg - ist halt zu warm im Mittelmeer.
Mit einem kleinen Zwischenstopp in Cartagena haben wir nun unser vorletztes spanisches Ziel Valencia erreicht.
Gerade sitzen wir auf dem Placa de la Reina und nutzen das WLAN-Netz des McDonalds-Restaurants gegenüber. So praktisch sind uns Fast-Food-Ketten noch nie erschienen (außer auf Tour, zu Hause, Nachts und aus Versehen). Natürlich essen wir hier nix und werden nach diesem Blog das Lokal gebührend mit Anti-Amerika-Parolen zusprayen. Obwohl da gibt es ja aktuell Grund zur Hoffnung, vielleicht sollten wir uns eher um Hessen kümmern.
Mittlerweile liegt auch der erste Gig hinter uns. Eine neue Erfahrung, dass während des Singens die Location schwankt, was aber auch zu spontanen Links-Rechts-Choreographien und völlig neuen Showelementen führte (z.B. bei Lauf). Erstaunlicherweise gab es weder einen kollektiven Massenherzinfakt im Publikum noch großes Entsetzen über unseren Musikstil. Rentner haben eben auch früher ACDC und die Stones gehört, außerdem waren das Showteam und die Mannschaft im Theater und sorgten für eine gebührende Stimmung.
Am nächsten Morgen erreichten wir mit voller nautischer Kraft Cartagena - Sierra Nevada, Yachthafen und Fischgeruch – übrigens soll hier Columbus vor ein paar Jahren nach Obama-Land losgesegelt sein. Marek ist bei seinen Erkundungs-Ausflügen aber nur im militärischen Sperrgebiet gelandet, Tobi und Sebastian haben sich nach einer Fahrt im Panorama-Lift alte Steine und Pfaue angesehen (ein Meilenstein dieser Kreuzfahrt).
Derweil haben Jonas und Abi übrigens Deck 2 erkundet, den Crewbereich. Sehr interessant, was dort unten für eine unbemerkte Parallelwelt mit immerhin 360 angestellten Personen existiert.
Heute also Valencia, 35 Grad, die Sonne brennt – naja nicht ganz, aber es ist im Vergleich zu Deutschland entspannend warm hier. Es hat schon was, im Januar beim Kaffee draußen zu sitzen und sich die Sonne auf den Pelz scheinen zu lassen. Geprobt wurde spontan im Park zwischen Palmen und Orangenbäumen.
Nun reichts – die nächste Schlagerparty wartet bereits auf uns und die Senioren haben bestimmt schon eine Vermisstenanzeige aufgegeben.
Tschüß gesagt und rinjehaun!
Wir melden uns wieder aus unserem Hauptstadtstudio in Barcelona.
19.01.09 Malaga (14 Fotos)
Jaja, so schnell kann die Funkstille auf offenem Meer alle guten Vorsätze zunichte machen. Gestern war Seetag, deshalb kein Empfang und kein Lebenszeichen von uns. Heute liegen wir vor Malaga, haben gefühlt die Welt umrundet (dreimal!) und stehen vor dem ersten Konzert hier an Bord.
Was ist sonst passiert? Die Decks 3-11 sind erkundet und erobert (das Maschinendeck kommt morgen dran), wir haben alle Seenot-Rettungsübungen mit Auszeichnung absolviert und wir wissen, dass es vorne mehr schaukelt als hinten (laut Marek). Außerdem wird uns hier sehr deutlich das Problem der Rentnerschwemme vor Augen geführt, ach ja, die Schlagerparty haben wir übrigens auch überlebt (grade so). Jonas findet es toll, er wurde noch nicht einmal auf GZSZ angesprochen und darf sogar im Kids-Club spielen.
Und wer sich bisher gewundert hat wo Sebastian eigentlich ist, für den haben wir Sebastian mitgenommen…damit das mal geklärt ist, manmanman!
Ansonsten kann man in Malaga sehr gut Tankstellen überfallen, Einheimische erschrecken und sogar ganz nette Fotos machen, wenn man die Plattenbauten überwindet.
Soundcheck haben wir gerade hinter uns, Tobi hat mit seinem Beat mal wieder alle Boxen durchgehauen, Jonas durch seinen Bass die ersten Lärmbeschwerden verursacht und Abi beim Stage-Diving-Üben (ohne Publikum!!!das ist Rock) die ersten Sitze zerstört. Also alles wie immer, gute Vorraussetzungen für einen ordentlichen Gig in zwei Stunden.
Und wer sich wundert, wer die sechste Person, da ab und zu im Bild bei uns ist: das ist Ulli Dell Antonio, von Beruf Manager, Sklavenhändler, Kindergärtner und psychologische Beratungsstelle in Personalunion.
Jetzt erstmal, alles fertig zum Gig. Aktuell machen wir grad die Leinen los und schippern Richtung Valencia.
Es grüßt der Albtraum aller Kreuzfahrtschiffe,
YeoMen
17.01.09 YeoMen auf Mallorca (10 Fotos)
Ach, Du Schreck. Jetzt sind wir tatsächlich dort gelandet wo man als Musiker eigentlich erst hinkommt, wenn selbst Dschungelcamp und Popstars-Jury den Absturz nicht bremsen konnten. In Palma de Mallorca und dazu noch mitten auf dem Traumschiff. Rock’n’Roll(ator) wohin das Auge schaut.
Zunächst einmal: Marek hat den Flug überlebt, war aber die ganzen letzten Stunden so mit Jonas’ Geheimrezepten zugedröhnt, dass er wahrscheinlich noch gar nicht mitgekriegt hat in welchem Land wir sind.
Was man dem 17. Bundesland aber lassen muss: tolle Temperaturen. So, kommen wir jetzt mal schnell zu dem Kahn auf dem wir hier durch die Gegend schippern. Schnell, denn das Internet ist hier unter aller Sau. Allen modernen Entwicklungen zum Trotz, auf hoher See ist meist Funkstille (es gibt aber die Möglichkeit durch einen kleinen Aufpreis, der das Monatsbudget eines mittelgroßen Theaters beträgt für einige Minuten online gehen zu dürfen). Wir schauen mal wie wir die nächsten Tage dieses Problem lösen….
Ansonsten ist das Essen hier an Bord beängstigend gut, Abnehmen wird auf die nächste Tour durch Osteuropa vertagt. Der Altersdurchschnitt hat Musikantenstadtl-Niveau, aber wie sagt man so schön, auf alten Schiffen lernt man segeln.
Nun machen wir schnell mal Schluss und laden noch ein paar Fotos hoch, bevor uns die AIDA noch vor dem Ablegen pleite macht (außerdem ist jetzt Schlagerparty!!!!). Morgen ist Seetag, mal sehen wie wir das überstehen, übermorgen findet im Theater (fein, fein) der erste YeoMen-Gig statt. Silver-Headbanging, yeah!
16.01.09 Der Countdown läuft... (1 Foto)
Noch einmal schlafen, dann geht's mit dem Flieger nach Mallorca. Sogar Marek, der bisher lieber 40 Std Zug fuhr als auch nur einen Fuß in ein Flugzeug zu setzten ist mit an Bord. Unser Mediziner Jonas hat extra sein ganzes Krankenhaus ausgeräumt und kümmert sich nun mit den wirkungsvollsten Arzneien um unseren Flugpatienten. Das wird spannend, denn wir wissen vom Flug nach Moskau: der gute Marek verträgt einiges...
Die Koffer sind inzwischen gepackt, inklusive Luftgitarre, Rettungsring und Piratenflagge. Wir werden uns bemühen möglichst bald die Herrschaft über das Schiff zu übernehmen, um dann auch auf dem Seeweg Angst und Schrecken über die A-Cappella-Welt zu bringen.
Ab heute soll es hier also jeden Tag News und Bilder von Bord geben (da haben wir uns ja was eingebrockt). Ob Kreuzfahrt-Publikum überhaupt rockbar ist, die Bar an Bord den YeoMen-Intensiv-Test übersteht und ob wir den Eisberg wirklich erwischen: hier werdet es mit uns erfahren und hautnah erleben können.
Die letzten Grüße aus Berlin,
jojojoYeoMen





